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Stress in der Mutterschaft

  • Autorenbild: Sinah Siegfried
    Sinah Siegfried
  • 11. März
  • 3 Min. Lesezeit

Was Mütter leisten

Bevor viele Menschen ihren ersten Kaffee trinken, haben Mütter oft schon einen halben Arbeitstag hinter sich. Was Mütter leisten, ist unglaublich. Die Zukunft der Menschheit liegt in ihren Händen. Was die Kinder von heute mitbekommen, prägt ihr Leben – und wie sie sich entwickeln, formt unsere Zukunft. Maximale Verantwortung bei minimaler Anerkennung.

Mütter co-regulieren die Nervensysteme der Kinder jederzeit. Das benötigt viel Energie.

 

Stress und Erschöpfung in der Mutterschaft

Ein ganz normaler Morgen

Vielleicht hat die Mutter, die jetzt um 9 Uhr neben dir sitzt, heute Morgen bereits drei Kinder aus dem Bett begleitet, eines davon mit viel Verhandlungsgeschick und Kunstgriffen gewickelt und angezogen, während der Lärmpegel um sie herum weit über die angenehme Zone hinauswuchs. Vielleicht wurde schon massiver Geschwisterstreit geschlichtet, viel getröstet, Znüniböxli vorbereitet, die Flöte und die Fussballschuhe gesucht und der 8-Jährigen zum gefühlt tausendsten Mal erklärt, dass sie nicht mit dem Malen anfangen kann, wenn sie eigentlich die Schuhe anziehen sollte.

Während dieses Morgens hat die Mutter den überquellenden Wäschekorb registriert, die auszuräumende Spülmaschine, aufzuräumende Gegenstände. Ihr fiel ein, dass sie noch Betreuung organisieren muss für diesen Termin, für jenen … Aber nicht jetzt, später.

Vielleicht hat sie bereits drei Kinder termingerecht an drei verschiedene Betreuungsorte gebracht, selbst schlecht geschlafen, kaum gefrühstückt – und wann hätte sie an diesem Morgen ihren Kaffee trinken sollen?

Falls du keine Kinder hast, ist es schwer, eine Vorstellung dieser Arbeit zu haben – und das ist okay. Falls du Kinder hast, kannst du dir vielleicht vorstellen, dass sie sich allenfalls fühlt, als hätte sie schon einen ganzen Arbeitstag hinter sich. Der Stress und die Belastung von Müttern sind nur sehr schwer beschreibbar und vor allem eines: erfahrbar.

 

Mental Load, Alltag und Co-Regulation

Mental Load trifft Daily Business mit Kindern und Co-Regulation. Alles drei Dinge, die unheimlich viel Energie beanspruchen und bei denen sich viele Mütter allein gelassen fühlen. Und ja, es gibt Väter, die sich sehr engagieren und einiges abnehmen. Dennoch liegt immer noch sehr viel bei den Müttern.

 

Wie unsere Gesellschaft Mütter unterstützt

Und die staatliche oder strukturelle Unterstützung?

Sie ist banal.

  • 14 lächerliche Wochen Mutterschaftsurlaub

  • 250 Fr. Kinderzulagen im Monat in Kanton Bern

  • Irrsinnig hohe Kitakosten

  • Ein Stundenplan wie vor 60 Jahren, mit Mittagspause – aus einer Zeit, als es noch weniger üblich war, dass Mütter auch einer Erwerbstätigkeit nachgehen

  • Zum Teil katastrophale Zustände in den Schulen

 

Gesellschaftliche Anerkennung? Fehlanzeige

Gesellschaftliche Anerkennung für Mütter? Pustekuchen.

«Ah, du bist einfach nur Mami?» «Du gehst ja nicht arbeiten, da hast du viel Zeit.» «Wann willst du wieder arbeiten gehen?»

Sorry, aber das Mami, mit dem da gesprochen wird, arbeitet vielleicht härter als je in ihrem ganzen Leben – und hat gleichzeitig das Gefühl, zu wenig zu machen, weil diese Arbeit nicht wirklich als Arbeit oder als wertvoll angesehen wird.

 

Zwischen Hingabe und Abhängigkeit

Aber die Mutter kann sich ja dann ganz ihrem Muttersein widmen, ihrer biologischen Aufgabe? Vielleicht. Vielleicht ist sie davon erfüllt, ja. Aber vielleicht nimmt sie sich auch zurück – für ihre Kinder, für die Karriere oder Ausbildung ihres Mannes, für die Familie.

Sie hat keinen Lohn, ist abhängig vom Mann, vom Ex-Mann oder vom Sozialdienst. Oder sie geht einer Erwerbstätigkeit nach. Macht einen riesigen Spagat zwischen Kind und Erwerbstätigkeit, zwischen schlechtem Gewissen und Notwendigkeit.


Warum Mütter Unterstützung brauchen

Lange Rede, kurzer Sinn: Mütter benötigen Unterstützung, Pausen, Ruhe. Ein Bei-sich-Ankommen. Die Möglichkeit zur Selbstregulation, die Stärkung der eigenen Ressourcen, das Spüren der eigenen Mitte.

Und darum geht es in der Polaritytherapie: sich selbst spüren, spüren was man braucht, das Bewusstsein für sich selbst erweitern und notwendige Schritte im Leben erkennen und gehen

 
 
 

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